Toxische Beziehungen zu Menschen aus der Familie. Warum sich viele nicht daraus lösen…

Ob Familie oder nicht. Toxisch ist toxisch.

Es gibt doch immer diese eine Person, die so ein toxisches Verhalten zeigt…

Wir kennen sie doch alle. Diese ein oder zwei Personen in der Familie, die einem nur auf den Keks gehen. Na ja, eigentlich ist es schon etwas mehr als „auf den Keks gehen“. 

Der Gedanke an die nächste Familienfeier dreht einem buchstäblich den Magen um. 

Mit dem Wissen, dass wieder ständig nur abwertende, beleidigende „Späße“ gemacht werden, die wirklich teilweise unter die Gürtellinie gehen, zwingt dich doch irgendetwas dorthin. 

Klar, es ist ja schließlich Familie und da kann man das schon mal wegstecken.  Es geht auch gar nicht darum, keinen Spaß zu verstehen, oder jeglichen „blöden Spruch“ auf die Goldwaage zu legen. Denn ganz klar ist ja auch, dass das Leben ohne Spaß ganz schön grau und trist wäre. 

Und dennoch gibt es diese eine Person, die ihre ganz eigene Art von Witzen und Spaß hat. Es geht immer auf Kosten anderer. Und wenn du da bist, immer auf deine Kosten. 

Blöde abwertende Kommentare, die dir eigentlich weh tun, wenn du mal ganz ehrlich zu dir bist. Sprüche, die immer wieder dein Aussehen beleidigen. Und was du tust, wird stets belächelt oder mit einer ordentlichen Dosis verletzender Worte vor versammelter Mannschaft durch den Dreck gezogen. Die einen lachen natürlich mit, weil ihnen jegliche Empathie fehlt und die anderen sagen nichts, obwohl sie wissen, dass es einfach zu viel ist. 

Zu viel dieser gemeinen Worte und Bemerkungen. 

Vielleicht fragst du dich in solchen Momenten, warum keiner etwas sagt, dir den Rücken stärkt oder dieser toxischen Person einfach mal über den Mund fährt? Du wünschst dir einfach, dass sich jemand vor dich stellt, damit diese verbale Folter endlich aufhört. 

Denn nicht nur diese Worte hinterlassen große Spuren. Auch die fehlende Loyalität der anderen Familienangehörigen fehlt dir. Und das Ende eines jeden solchen Familienfestes ist, du gehst nach Hause, fühlst dich mies. Wie ein Mensch, der nichts wert ist. Es belastet dich nicht nur psychisch sehr, sondern auch körperlich. 

Vielleicht suchst du auch, wie andere, Trost im Essen, Alkohol oder auf Partys, wenn du dich irgendwelchen Typen an den Hals wirfst. Hauptsache, du kannst dich von dem Schmerz ablenken. Hauptsache, du bekommst endlich Aufmerksamkeit. Und wenn es von irgendeinem Typen in irgendeiner Bar ist. 

Und weißt du, was, meine Liebe? Dafür brauchst du dich nicht zu verurteilen oder zu hassen. Das ist oft eine ganz logische Schlussfolgerung seelischer Schmerzen. Wichtig ist, dass du dir klarmachst, du musst das nicht dulden, nur weil es „Familie“ heißt. 

Denn sollten die Menschen, die sich Familie nennen, nicht die sein, die dir ein besonders gutes Gefühl geben? 

Die toxische Beziehung zu Geschwistern

Selbstverständlich gibt es auch Geschwister mit narzisstischen Zügen. Ich meine, wir haben alle einen kleinen narzisstischen Anteil in uns. Doch wenn es zu einer Persönlichkeitsstörung wird, ist das für das Umfeld sehr belastend. 

Wer z.B. mit toxischen Geschwistern zusammenlebt oder aufgewachsen ist, weiß, wie anstrengend und schlimm das wirklich sein kann. 

Die Geschwister sind so raffiniert in ihrer Hinterhältigkeit, dass Eltern oft gar nicht mitbekommen, was wirklich passiert. 

Ganz oft wird sogar ein Elternteil ganz und gar auf die andere Seite gezogen. 

(Es sollte in einer Familie gar keine „Seiten“ geben. Sondern immer ein miteinander. Jeder mit seiner Einstellung, seinen Werten, seinen Ansichten und dennoch ein zusammen.)

Erpressungen, Lügen und hinterhältige Aktionen lassen oder ließen dich dastehen, als wärst du das schrecklichste Kind, die fürchterlichste Schwester. Einfach ein ganz schlechter Mensch. Der dann zwangsläufig immer an 2. Stelle kam, nach dem Geschwisterkind. Oft zieht sich das durch, bis ins Erwachsenenalter. 

Du fragst dich sicher, warum du nur immer so gehasst wirst? Warum du das schwarze Schaf der Familie bist? Der Außenseiter, dem nicht geglaubt wird. 

Keiner möchte das falsche Spiel durchschauen. Du stehst alleine da. Fühlst dich verlassen, im Stich gelassen, während dein Bruder oder Schwester mit äußerst manipulativen Taktiken die ganze Anerkennung, Liebe und Bewunderung bekommt. 

Nicht selten geht diese emotionale und körperliche Belastung auf die Gesundheit über. 

Der Selbsthass bringt viele dazu, sich selbst zu verletzen. Und alles, was diese Menschen sich wünschen, ist emotionale Unterstützung durch die Familie. 

Was ist nun der richtige Umgang mit toxischen Menschen in der Familie?

Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Es kommt, wie bei allem, immer auf die jeweilige Situation an. Und vor allem auch, wer der Narzisst in deiner Familie ist. Ist es ein Onkel, den du vielleicht 3 Mal im Jahr siehst, ist das eine völlig andere Ausgangslage als wenn du im selben Haus mit deinen Eltern oder Geschwistern lebst, von denen einer die narzisstische Person ist. 

Das Allerwichtigste bei jeder dieser Situationen ist im Grunde, dass du lernst, Grenzen zu setzen. Deinen Raum verteidigen lernst und diesen Kreislauf zu durchbrechen. 

Meistens ergibt sich der Rest dann von ganz allein. 

Natürlich kannst du versuchen, in einem Gespräch auf Augenhöhe zu erklären, wie du dich fühlst, was du einfach nicht in Ordnung findest und du unter dem Umgang leidest. 

Doch meistens bringt das keine großen Veränderungen. Denn Narzissmus lässt sich mal nicht so nebenbei abstellen. Was sehr oft passiert, sind Versprechungen, die gemacht werden. Die dich wieder hoffen und glauben lassen, bis zur nächsten schmerzlichen Enttäuschung. 

„Eine Entschuldigung ohne Verbesserung ist eine Manipulation!“ (Netzfund)

Was meine ich mit „meistens ergibt sich der Rest dann von ganz allein“? 

Klar ist, wenn du anfängst, Grenzen zu setzen und für dich einzustehen, werden die Menschen in deinem Umfeld deine Veränderung nicht verstehen. 

Du wirst dann schlichtweg nicht mehr die Person für sie sein, die sie kennen. Das „Mädchen“, das sich alles gefallen lässt, alles herunterschluckt und duldet. 

Plötzlich sagst du „Nein“, oder traust dich zu sagen, dass du gewisses Verhalten nicht mehr willst und duldest und dein Gegenüber den Mund halten soll…. 

Mit solch einer Veränderung kommen narzisstische Menschen nicht zurecht. Denn was sie wollten und nach wie vor wollen, ist dich dort zu haben, wo du all die Jahre warst. Ganz unten. Ohne Selbstwert, einfach zu manipulieren, ein Sündenbock, das schwarze Schaf der Familie. 

Was also können Sie mit dir anfangen, wenn du dich Stück für Stück nach oben arbeitest und dich nicht mehr als Sündenbock, schwarzes Schaf ohne Wert bist?

Nicht viel bis absolut gar nichts. 

Früher oder später kommt es dann oft ganz automatisch zu einem Kontaktabbruch. Weil du es einfach nicht mehr zulässt. Und genau das ist das Ziel. Dass du deinen Wert erkennst, den toxischen und schädlichen Menschen meidest, weil DU das nicht mehr zulässt. 

Grenzen ziehen, Selbstliebe und ein Leben voller Freude sollten der Inhalt deines neuen Lebens sein. 

Denn oft ist es ja leider so, wenn man nicht schafft, diese Muster zu durchbrechen, wird auch in vielen anderen Beziehungen emotionaler Missbrauch auftreten. Oft auch bis zum toxischen Partner und körperlicher Gewalt. 

Wer es nie lernt, seine Interessen durchzusetzen, wird immer Menschen gehören, die das für sich nutzen. 

Mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstliebe machen die Entscheidungen für sich und gegen die narzisstische Person in der „Familie“ sehr schwer.

Die Gesellschaft verlangt immer den Zusammenhalt in der Familie. Familie ist alles, Familie muss zusammenhalten, Familie ist alles, was man hat. 

Das sind Werte und Glaubenssätze, die von klein auf vermittelt werden. Es ist auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden. Solang es eine Familie ist, in der gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und Dankbarkeit gemeinsame Werte sind. 

Doch ganz ehrlich, warum erlauben wir es Menschen, uns wie Dreck zu behandeln, nur weil sie den Namen „Schwester, Mama, Papa, Onkel, Tante, …“ tragen?

Das ist doch total verrückt und traurig. 

Es ist ein Mensch, der dich über Jahre negativ beeinflusst hat. Der dich zu einem Menschen geformt hat, der durch diesen Umgang ziemlich schädliche Verhaltensmuster für sich selbst angelegt hat. Er hat dir deine Würde genommen und vielleicht hast du durch all die Erfahrungen auch bis jetzt keine erfüllende Partnerschaft erleben können. 

Und dennoch hält dich etwas bei diesem Menschen. Ist es die Verlustangst? Plötzlich allein, ohne Familie dazustehen? Ist es die Angst, verurteilt zu werden? Die Angst vor Verachtung und ausgestoßen zu werden? Oder einfach nur diese Glaubenssätze, die von der Gesellschaft eingetrichtert werden?

Frage dich doch mal Folgendes:

Würdest du diesen Menschen treffen, wenn er nicht Familie wäre, sondern du die Möglichkeit hättest, entweder befreundet zu sein oder nicht?

Beantworte diese Frage doch bitte einmal ganz neutral aus der Vogelperspektive betrachtet. 

Diese Frage hat mich vor Jahren meine Freundin gefragt. Seither stelle ich sie immer wieder in Gesprächen. Was soll ich sagen, die Antwort ist zu 99 % dieselbe. 

Natürlich tut das weh, oft schon der Gedanke daran, dass der Kontakt irgendwann abbrechen wird. Denn schließlich wünscht sich jeder eine gesunde Beziehung zu den Eltern, den Geschwistern und allen anderen Verwandten. 

Fakt ist aber auch, dass man sich solche Beziehungen mit Menschen aufbauen kann, die einem guttun. 

Das zwanghafte Klammern an etwas, was dich klein, krank und kaputt macht, kann nicht dein Lebensziel sein, oder? Du weißt, dass dir diese Menschen gar nicht guttun und dennoch hältst du daran fest. 

Du musst das nicht. Du darfst dich abwenden. Bzw. deine Grenzen verteidigen, deinen Wert erkennen, dich daraus befreien. 

Kein Glaubenssatz, keine Gesellschaftsnorm darf dich länger und dein Leben kontrollieren. 

Doch wer jahrelang in einer toxischen Beziehung steckt oder gesteckt hat, Traumata davon getragen hat und immer wieder in die Fallen der Meister der Manipulation getappt ist, ist es gar nicht bewusst, was für eine Kraft und Macht sie haben.

Und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Denn woher auch? Wenn Sie doch so lange unter der schädigenden Wirkung der toxischen Menschen leiden. 

Es fällt vielen schwer, vor allem wegen des geringen Selbstwertgefühls aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Immer wieder besteht die Gefahr, emotional überfordert zu sein. Was auch absolut verständlich ist. Wie in meinem anderen Blogartikel geschrieben, stehen emotionale Erpressung und Manipulation immer in Vordergrund. 

Und nur, weil du anfängst, kleine Mini-Grenzen zu setzen, werden diese nicht aufhören. Das führt ganz automatisch zu Schuldgefühlen, „Rückfällen“, oder das Gefühl, nie gut genug zu sein, um überhaupt Grenzen setzen zu dürfen. 

Das darfst du weder bewerten noch verurteilen und dich schon gar nicht selbst dafür hassen. 

Auch, wenn du Selbsthass gelernt hast. 

Das ist ein Prozess, der Stück für Stück in die richtige Richtung geht. Zu seiner Zeit. In deinem eigenen Tempo. 

Mit deinem gewonnenen Selbstwert kommt der Kontaktabbruch mit der Zeit meistens von ganz alleine.

Wie ich weiter oben schon angedeutet habe, kommt meist eins nach dem anderen und das von ganz alleine. 

Ich kann dir nur raten, dir professionelle Hilfe, Unterstützung zu suchen, die dich in deinen Entscheidungen und Handlungen unterstützt. 

Die Folgen dieser psychischen Gewalt werden häufig schlichtweg unterschätzt, weil du eben keine blauen Flecken oder Knochenbrüche davon trägst. Doch die Auswirkungen auf deine Zukunft, auf jegliche Liebesbeziehungen sind wirklich nicht zu unterschätzen. 

Das alleine zu bewältigen, mit dem Gegenwind der Familie, ist kaum zu schaffen. 

Schon alleine aus dem Grund, weil dein Selbstbild daraus besteht, was die Person über dich sagt. Nicht die Realität. Nicht deine Realität. Es sind Geschichten, die dir eingetrichtert wurden. 

Und das ist eines der wichtigsten Dinge, die du dir bewusst machen darfst. Dadurch bekommst du wieder ein Gefühl zu dir selbst. Chancen, dich neu kennenzulernen. 

Und mit diesem Prozess, mit dieser Arbeit an dir selbst, schaffst du es dann, erste Grenzen zu setzen. 

Wenn mir Frauen erzählen, dass sie nach Jahrzehnten das erste Mal „Nein“ gesagt haben und es zu noch so einer winzigen Kleinigkeit, dieses Gefühl ist für sie immer unbeschreiblich. 

Weißt du was? Das ist der größte Meilenstein in diesem ganzen Prozess. Ein einfaches „Nein“ mit so viel Kraft. 

Dieses erste „Nein“ ist das erste „Ja“ zu dir selbst. Und dieses Gefühl, diese Wertschätzung dir selbst gegenüber, ist so mächtig und kräftig. 

Und genau mit deinem persönlichen Wandel kommt auch der Wandel in deinem Umfeld. 

Irgendwann hast du schlichtweg keinen Bock mehr auf diese Menschen. Denn du entwickelst dich zu seiner fröhlichen, selbstbewussten Frau, die sich nach und nach ein ganz neues, anderes Umfeld aufbaut. 

Und ob der Kontaktabbruch dann letztendlich von dir ausgeht, weil du es ausgesprochen hast, oder weil die Familie mit deiner Veränderung nicht klarkommt und sie dich deswegen meiden…. Das ist im Prinzip sowas von egal. 

Denn das Einzige, was zählt, ist dein Neubeginn. Dein Start in DEIN Leben. In deine Zukunft. In dein Glück. 

Alles beginnt mit der ersten Entscheidung. Der Weg offenbart sich beim Gehen. 

Zum Schluss nochmal ein Hinweis:

Familie heißt nicht, du musst dir alles gefallen lassen. Familie heißt nicht ein Leben lang unterwürfig zu sein. Familie heißt nicht, das Leben gezwungenermaßen nach den anderen auszurichten. Familie heißt nicht, ewiger Sklave zu sein!

Du darfst dein Leben leben. Und du darfst erkennen, dass du wertvoll bist. Du hast dieses eine Leben, vergiss das nicht!

Sei du dein bester Partner und erlaube die psychische Gewalt nicht mehr!

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